Neue Arena blickt auf eine erfolgreiche Premiere zurück


Vom Mai 2009 bis Mitte November 2011 wurde die Mercedes-Benz Arena in ein reines Fußballstadion umgebaut. Bereits im August wurde die neue Arena eingeweiht. Nun ziehen die Verantwortlichen ein positives Fazit – auch wenn der Umbau etwas teurer wurde als geplant.

Die neue Mercedes-Benz Arena hat eine erfolgreiche Premierensaison hinter sich: „Wir haben mit dem Stadionumbau und dem Bau der SCHARRena eine zukunftsfähige Sportinfrastruktur im NeckarPark realisiert, die dem VfB Stuttgart und vielen aufstrebenden Vereinen in Stuttgart und der Region große Chancen eröffnet“, sagt Michael Föll, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadion NeckarPark GmbH & Co. KG und Erster Bürgermeister der Stadt Stuttgart.

Durch den Umbau wurde die Mercedes-Benz Arena zu einem reinen Fußballstadion<br />Bild: Johannes Hecht
Durch den Umbau wurde die Mercedes-Benz Arena zu einem reinen Fußballstadion
Bild: Johannes Hecht

Zwischen dem Baggerbiss am 18. Mai 2009 und der erfolgreichen Bundesliga-Premiere am 6. August 2011 mit einem 3:0-Sieg gegen Schalke 04 und dem prestigeträchtigen Länderspiel Deutschland gegen Brasilien am 10. August lagen gerade einmal rund 810 Tage. Es wurde gebaut und gespielt und das in einem ständigen Wechsel zwischen Bundesliga, DFB-Pokal, Champions-League und Europa-League. „Das war nicht immer einfach und eine große Herausforderung“, so Föll. „Aber wir wurden belohnt, mit einer hochmodernen und attraktiven Fußballarena, die sich zu einem Zuschauermagneten entwickelt hat.“

Grund zur Freude hat auch der VfB, wie Finanzvorstand Ulrich Ruf betont: „Die Mercedes-Benz Arena gehört zu den eindrucksvollsten Stadien in der Bundesliga und unsere Fans haben sie voll angenommen.“ Ein Blick in die Zuschauerstatistik bestätigt ihn. Mit insgesamt 936.524 Zuschauern liegt der VfB Stuttgart hinter Dortmund, München und Schalke auf Rang 4. Im Schnitt kamen zu den Heimspielen 54.200 Fans, das sind rund 11.000 mehr als die zunächst kalkulierten 43.000 Besucher. Und die Aussichten sind gut, denn die Nachfrage nach Dauerkarten, den Logen und Businessseats ist vor der kommenden Saison weiter gestiegen.

Nach der mehr als zweijährigen Bauphase und vielen Verhandlungsrunden wurde dem Aufsichtsrat in seiner jüngsten Sitzung am 6. Juli nun die Gesamtabrechnung für das Bauprojekt präsentiert. Insgesamt belaufen sich die Baukosten für die Mercedes-Benz Arena und die SCHARRena auf 77,810 Millionen Euro. Im Vergleich zum Ausgangsbudget von 74,766 Millionen Euro entspricht dies einer Kostensteigerung um 4,07 Prozent oder 3,044 Millionen Euro. „Unter Berücksichtigung des insgesamt sehr engen Terminplans, mit einem parallelen Spielbetrieb und den schwierigen Baugrundverhältnissen mit den vorhandenen Bestandsfundamenten sind diese Mehrkosten absolut im Rahmen“, betonte Föll. In diesem Zusammenhang müsse insbesondere auch die Tieferlegung des Spielfeldes, die im Sommer 2009 in nur drei Monaten realisiert werden musste, und die Erweiterung des Membrandaches gesehen werden. Michael Föll und Ulrich Ruf lobten einvernehmlich die „geschlossene Mannschaftsleistung“ aller am Bau beteiligten Architekten, Planer, Projektsteuerer, Baufirmen und der beiden Geschäftsführer Martin Rau und Stefan Heim.

Die Budgetabweichung für die Mercedes-Benz Arena in Höhe von 1,728 Millionen Euro wird über die Stadion NeckarPark GmbH & Co. KG finanziert und kann, so Geschäftsführer Martin Rau, „im Rahmen der ursprünglichen Kalkulation des Businessplans und durch günstigere Finanzierungskosten abgebildet werden.“ Für die SCHARRena, die vom Amt für Sport und Bewegung verwaltet wird, liegen die zusätzlichen Kosten der Nachfinanzierung bei rund 1,15 Millionen Euro. Die prozentual höhere Baukostenabweichung ist unter anderem auf die sehr aufwändige Gründung und die komplizierte Konstruktion der Spannbetonträger zurückzuführen, die mit einer Länge von bis zu 38 Metern die komplette Halle überspannen. Weitere Gründe für die Mehrkosten, die vom Gemeinderat beschlossen werden müssen, sind natürlich das sehr enge zeitliche Raster der einzelnen Bauabschnitte mit einer zum Teil sehr kalten Winterphase. (Stadionwelt, 09.07.2012)






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