„Drehsperren sind eine Visitenkarte des Stadions“


Axel Wälde
Axel Wälde
Die Auswahl der Zugangssysteme beim Bau eines Stadions sollte nicht einfach nebenher getroffen werden. Welche Dinge es beim Auswahlprozess zu beachten gibt und welche Fehler passieren können, erklärt Axel Wälde, Mitarbeiter der österreichischen Karl Gotschlich GmbH.

Stadionwelt: Wie sollte ein Auswahlprozess für die Zugangssysteme eines Stadions typischerweise ablaufen?

Wälde: Generell sollte der spätere Betreiber und/oder Besitzer des Stadions schon Einfluss nehmen auf die Auswahl. Oft ist es so, dass eine Bauunternehmung als Generalunternehmer beauftragt wird, oder das Projekt portioniert und die Zutrittsanlage über ein Ticketing-Unternehmen ausgewählt wird. Dann wählt man sich oft eine Variante rein nach dem Preis – was ja auch legitim ist. Später, nach der Inbetriebnahme, könnte sich dies aber als Fehler herausstellen, weil die so genannten Personenvereinzelungsanlagen, also Drehsperren und Zugangskontrollen, nicht die richtigen für das Stadion sind. Bei diesen Unternehmen liegt die Expertise oft nicht im Bereich der Zutritts-Hardware, man ist mit der Auswahl überfordert, denn es gibt derart viele Modelle mit so unterschiedlichem Leistungsspektrum.

Stadionwelt: Welche Schwierigkeiten können sich bei der Auswahl der Anlagen ergeben?

Wälde: Es kann im Vorfeld der Fertigstellung auch schon zu Konflikten zwischen dem Architekten und dem Stadionbetreiber kommen. Die Architekten wollen nach Möglichkeit große, klobige Anlagen vermeiden, während der Auftraggeber möglichst sichere und massive Anlagen rund um sein Stadion installiert sehen will. Die Karl Gotschlich GmbH hat da einen Kompromiss gefunden und massive, aber gleichzeitig leichte Anlagen entwickelt.

Stadionwelt: Welche verschiedenen Modelle gibt es denn?

Wälde: Da muss man unterscheiden zwischen Personenvereinzelungsanlagen, die an der Grenze des Stadiongrundstücks installiert werden und solchen, die im unmittelbar vor dem Stadion-Gebäude stehen. Am Rand des Geländes eignen sich übermannshohe Portaldrehkreuze, die in die Zäune integriert sind, wie beim industriellen Werksschutz. Die müssen natürlich vandalismussicher sein, gerade hier trennt sich bei der Qualität die Spreu vom Weizen. Im direkten Eingangs-/Ausgangsbereich gibt es motorisierte Drehsperren mit zwei oder drei Holmen. Der Drehstern ist startbereit, sobald ein gültiges Ticket am Leser erkannt wurde. Dieser berührt den oben stehenden Arm leicht; der Stern beginnt sich zu drehen und gewährt den Einlass. Es gibt aber auch Modelle, bei denen sich die Holme nach Freigabe direkt und ohne Berührung drehen. Die Ausstattung der Drehsperren bestimmt die Durchgangsfrequenz und die Wartezeiten vor einem Spiel. Darüber hinaus müssen auch Rollstuhlfahrer, Kinderwagen oder in manchen Fällen auch Fahrräder durch die Drehkreuze gelangen. Für diese Fälle wurden spezielle Lösungen entwickelt, die entweder in die bestehende Anlage integriert werden, oder für die ein eigener Zugangsbereich geschaffen wird.

Stadionwelt: Wie kann verhindert werden, dass Drehkreuze bei einer Massenpanik zur Sperre werden?

Wälde: Über lange Zeit wurden bei Panik und Gefahr die Holme abgeklappt und der Strom abgeschaltet, damit die Zuschauermassen einen hürdenlosen Fluchtweg finden konnten. Möglich ist auch, dass die Holme dank einer internen Rutschkupplung bei höherem Andruck nachgeben und damit den Ausweg ermöglichen. Bei Stromausfällen sollten sich die auch die Rotoren der übermannshohen Zugangsanlagen ausgangs mit Kraft öffnen lassen, umgekehrt sollen sie dann eingangs gesperrt sein. Da ein in Panik fliehender Mensch zuerst dorthin läuft, wo er hereingekommen ist, sollen die Zutrittsanlagen als Bestandteil der Fluchtwege ausgerüstet sein, dürfen aber in deren Laufmeter-Berechnung nicht einbezogen werden. Ziel ist es natürlich generell, Zugänge möglichst hindernisfrei wirken zu lassen, obwohl sie nicht als Fluchtwege zugelassen werden.

Stadionwelt: Worauf kommt es denn bei Personenvereinzelungsanlagen noch an?

Wälde: Den Betreibern sollte bewusst sein, dass diese oft die erste Visitenkarte eines Stadions sind, mit der die Zuschauer in Berührung kommen. Das Augenmerk sollte also auch auf die Auswahl des Materials gelenkt werden, etwa durch die Option, die Drehsperren farblich nach der CI des Vereins zu gestalten.

Stadionwelt: Gibt es Neuheiten?

Wälde: Ja, die gibt es sicherlich. Zum einen, generell gesehen, wird es in der Zukunft verstärkt dazu kommen, dass die Drehsperren bei Bedarf komplett abgebaut werden können. Um das zu ermöglichen, werden sie nicht mehr auf dem Beton verschraubt, sondern vielmehr mit speziellen Klemmkonsolen demontierbar befestigt. Andererseits hat unser Unternehmen die so genannte asymmetrische Schwenkarm-Technik entwickelt. Diese hat nur zwei Holme, die sich um 120 sowie 240 Grad drehen. Diese Drehsterne können bei Gefahr nach unten schwenkt werden, woraus sich eine komplett offene Notausgangs-Situation ergibt. Diese Technik kann Leben retten. (Stadionwelt, 15.10.2009)






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