Standortvorteile durch Lage und Nähe zu Wissenschaft


Im Auftrag des Convention Bureau Braunschweig (CBBS) hat das Europäische Institut für TagungsWirtschaft (EITW) eine Studie zur Tagungs- und Kongress-Stadt Braunschweig erstellt. Gegenstand der Studie war auch die Volkswagen Halle als größte Halle der Stadt.

Darin wurden mit einer Befragung von Braunschweiger Anbietern sowie nationalen Kongress-Veranstaltern die Wettbewerbsfähigkeit Braunschweigs, die wirtschaftlichen Potenziale des Kongress- und Tagungsmarktes Braunschweigs sowie dessen Perspektiven untersucht. Das Ergebnis: Braunschweig hat gute Voraussetzungen und nutzt diese bereits zu einem großen Teil. Dennoch wird das Marktpotenzial noch nicht vollständig ausgeschöpft.

„Die Studie zeigt, dass die zentrale Lage Braunschweigs in Deutschland und Europa sowie die Nähe zu Wissenschaft und Forschung die größten Standortvorteile sind“, erklärt Prof. Dr. Michael-Thaddäus Schreiber, Geschäftsführer EITW. „Deshalb besitzt Braunschweig gute Voraussetzungen, sich zu einer der führenden Kongressdestinationen im Bereich Wissenschaft und Forschung sowie dem Transfer in die Wirtschaft zu entwickeln.“

Schon heute erzielt die Stadt rund 1,3 Millionen Euro Steuereinnahmen aus dem Tagungs- und Kongressmarkt. In Braunschweig fanden 2010 rund 4.750 Veranstaltungen statt, an denen circa 314.500 Kongress- und Tagungsbesucher teilnahmen. Ein Tagungs- beziehungsweise Veranstaltungsteilnehmer in Braunschweig gibt durchschnittlich rund 310 Euro aus. In Summe sorgten die Besucher im Jahr 2010 damit für ein Bruttoumsatzvolumen von rund 98,6 Millionen Euro, von denen rund 83 Millionen Euro in Braunschweig verblieben.

Nach den Analysen der Studie, ließen sich diese Zahlen noch weiter steigern. Im Vergleich zu Referenzstädten wie Aachen, Augsburg, Erfurt, Magdeburg und Mainz zeigt sich, dass Braunschweig bisher nur rund drei Viertel des Potenzials nutzt. Die Marktstudie kommt auch zu dem Ergebnis, dass Braunschweig bisher mindestens ein zusätzliches (Kongress-)Hotel fehlt. Hinzu kommen Engpässe durch die bereits bestehende gute Auslastung an Wochentagen, die deckungsgleich mit den nachfragestärksten Tagen von Kongressveranstaltern sind. Das bedeutet, dass in der Regel schon bei kleineren Veranstaltungen die Teilnehmer zur Übernachtung auf mehrere Häuser verteilt werden müssen.

Gerold Leppa, Stadtmarketing; Michael-Thaddäus Schreiber, Geschäftsführer EITW; Manfred Pesditschek, Aufsichtsratsvors. Stadthallen Betriebsgesellschaft mbH und Stephan Lemke, Stadthallen Betriebsgesellschaft mbH<br />Bild: Stadthalle Braunschweig
Gerold Leppa, Stadtmarketing; Michael-Thaddäus Schreiber, Geschäftsführer EITW; Manfred Pesditschek, Aufsichtsratsvors. Stadthallen Betriebsgesellschaft mbH und Stephan Lemke, Stadthallen Betriebsgesellschaft mbH
Bild: Stadthalle Braunschweig

Auch Stephan Lemke, Geschäftsführer der Stadthallen GmbH, begrüßt die Studie als Grundlage für eine optimierte Veranstaltungsakquise. „Die Verbesserung der Veranstaltungsmöglichkeiten in unseren Häusern allein ist nicht ausreichend, so lange wir dem Tagungsbesucher nicht auch ein Bett anbieten können. Da hilft uns die Entstehung des Steigenberger Hotels am Bürgerpark schon einmal. Wir sind überzeugt, mit einer Verbesserung der kongressspezifischen Infrastruktur auch mehr Veranstaltungen realisieren zu können und hoffen da auf Unterstützung unserer Partner.“

Neben der Stadthalle und Volkswagen Halle Braunschweig stehen keine ausreichenden Hallen- und Raumangebote für Tagungen und Kongresse sowie für Rahmenveranstaltungen von 250 bis 500 Teilnehmern zur Verfügung. Um die Nachfrage auf dem Tagungsmarkt in allen Größenkategorien bedienen zu können, ist es laut EITW erforderlich, noch eine weitere Mehrzweckhalle im Angebot zu haben.

Zudem weist das EITW darauf hin, dass insbesondere außergewöhnliche Veranstaltungsstätten eine hohe Relevanz bei der Ausrichtung von kongressbegleitenden Veranstaltungen, wie zum Beispiel Empfängen, haben. Bei zahlreichen Veranstaltungsstätten, die außergewöhnliche Raumkonzeptionen mit ausreichenden Kapazitäten bis 250 Personen bieten, sollten laut der Studie die Nutzungsmöglichkeiten optimiert werden, um auch bei den Angeboten für Rahmenveranstaltungen wettbewerbsfähig zu sein.

Um mehr Tagungsveranstalter von Braunschweig zu überzeugen und dadurch mehr Veranstaltungen zu generieren, sollen künftig die Potenziale des bestehendes Netzwerks mit Wissenschaftseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen der Region weiter erschlossen werden. Desweiteren wurde durch die Studie deutlich, dass die bisherigen Leistungen des CBBS im Bereich Kongressbetreuung und Kongressmarketing unter dem Angebotsumfang des Wettbewerbs liegen. Insbesondere eine professionelle Kongressbetreuung sollte künftig am Standort Braunschweig angeboten werden. Eine Schärfung des Standortprofils soll zudem dazu beitragen, den Kongressstandort Braunschweig bekannter zu machen und das Image zu verbessern. Um dies zu gewährleisten, empfiehlt die Studie eine Aufstockung der Ressourcen, möglichst der des CBBS, auf das Niveau des Wettbewerbs.

„Die Studie hat gezeigt, dass wir insgesamt schon auf einem guten Weg sind. Sie zeigt aber auch auf, welche Chancen wir haben, uns besser zu positionieren. Wie wir diese nutzen, hängt stark davon ab, ob es uns gelingt, uns in den kritischen Bereichen besser aufzustellen. Darüber werden wir mit unseren Partnern sprechen“, so Gerold Leppa, Geschäftsführer der Braunschweig Stadtmarketing GmbH. (Stadionwelt, 15.05.2012)

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