Im Gespräch erklärt Klaus Peter Dammann, Geschäftsführer der Dammann Absperrung GmbH, die Bedeutung von Eingangsschleusen, die Hintergründe zu Vorkontrollen im Stadion und wie sich beim Stadionbesuch berufliches und privates miteinander verbinden lässt.
Stadionwelt: Die Dammann Absperrung GmbH ist unter anderem bei den Bundesliga- Spielen des Hamburger SV und Werder Bremen mit ihren Absperrsystemen und Eingangsschleusen im Einsatz. Nach welchen Strategien werden die Module montiert?
Dammann: In den meisten Stadien werden bei Fußballspielen zusätzlich zu den bestehenden Eingangsschranken und Drehkreuzen noch weitere Eingangsschleusen als Vorkontrolle aufgestellt. Hierbei handelt es sich um den Einsatz von Einlasssystemen vor der eigentlichen Karten- und Einlasskontrolle. Dieser Vorab-Check entspannt die Einlass-Situationen, da die Besucher schneller und besser kontrolliert werden, was vor allem in Kernzeiten kurz vor Spielbeginn von enormer Bedeutung ist. Vor allem in den Gäste- und Fanbereichen werden diese temporären Eingangs- Schleusen eingesetzt.

Im Fokus von Kontrollen stehen unter anderem Pyrotechnik, Messer, Glasflaschen...
Bild: Dammann Absperrung Gm
Stadionwelt: Wo liegen die Hintergründe dieser Vorgehensweise?
Dammann: Durch die teilweise Verdreifachung der Anzahl der vorhandenen Eingangs-Systemen ist die Durchlaufzeit pro Besucher optimiert, die Besucher gelangen dadurch zeitiger ins Stadion, während bekannten oder potenziellen Unruhestiftern oder Personen, die unter Alkohol oder Drogeneinfluss stehen, den Zugang zum Stadion verwehrt wird.
Stadionwelt: Auf welche Gegenstände werden die Ordner bei den Vorkontrollen besonders gebrieft?
Dammann: Im Fokus stehen natürlich Pyrotechnik, Messer, Glasflaschen und Dosen jeder Größe und Art sowie Laserpointer und Obst wie Äpfel, Bananen und Orangen. Auch Druckluftfanfaren sind genauso verboten wie Spraydosen und mehrere Feuerzeuge. Zudem werden Fahnen, Zaunbanner und Schals auf rechtsradikale Schriften kontrolliert.
Stadionwelt: Fußballspiele werden in verschiedene Kategorien eingestuft. Welche Auswirkungen haben diese Klassifizierungen?
Dammann: In diesem Zusammenhang fallen häufig die Begriffe „low risk“, „risk“ und „high risk“. Die Partien werden also nach ihrem Sicherheitsrisiko in Begegnungen mit geringen, normalen und hohen Risiko eingestuft, was eine Auswirkung auf die Zahl der Ordner und auf die Anzahl der zusätzlichen Eingangs-Schleusen und mobilen Zäunen, Polizei- und Absperrgittern hat. Das Ziel der Maßnahmen ist es, eine optimale Fantrennung vor, während und nach dem Spiel zu gewährleisten. Diese beginnt bereits bei der Anfahrt zu den Stadien: es gibt unterschiedliche Bus-Parkplätze, Bus-Shuttle-Verbindungen, separate Zu- und Abgänge in den Hauptbahnhöfen, Innenstadtzugangsverbote, Begleitung unter Polizeischutz beziehungsweise Aufsicht bei Fußmärschen vom Bahnhof zum Stadion, Blocksperren nach dem Spiel. Zu den Hochsicherheitsspielen in Hamburg gehören unter anderem die Spiele zwischen dem Hamburger SV gegen Werder Bremen oder St. Pauli, bei denen die temporären Absperrmaßnahmen nochmals massiv erhöht werden.

... aber auch Dosen jeder Größe und Art sowie Laserpointer und Obst wie Äpfel, Bananen und Orangen.
Stadionwelt: Inwiefern können Sie berufliches und privates miteinander verbinden?
Dammann: Seit vielen Jahren ist der Besuch von Spielen des HSV mein Hobby und ein idealer Ausgleich zu meinen umfangreichen Arbeitswochen. Pro Saison komme ich auf etwa 26 Spiele und habe bei den national- und internationalen Spielen viele Einblicke direkt vor Ort gewinnen können. Denn ich beobachte natürlich immer gerade die Einlass- und Auslasssituation, verbunden mit der temporären Gittergestellung und lasse diese Analysen und Erfahrungen jederzeit in unsere eigenen Projekte mit einfließen.
Stadionwelt: Was zeichnet die Dammann Absperrung GmbH aus?
Dammann: Erfahrungen, Qualität und Zuverlässigkeit sind Eigenschaften, die unsere Kunden schon seit mehr als einem Jahrzehnt an uns schätzen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns zu einem der führenden und kompetentesten Anbieter im Vermietgeschäft von Absperrungen entwickelt. Aktuell bewegen wir mit einem festen Team von 22 Mitarbeitern jährlich weit mehr als 1,3 Millionen Meter an Absperrungen.
Stadionwelt: Ihr Firmensitz liegt kurz vor Hamburg in Neu Wulmstorf. Können Sie auch mühelos Kunden bedienen, die Absperrungen für Projekte suchen, die weit außerhalb von Norddeutschland liegen?
Dammann: In der Nähe von München, Ruhpolding, Krefeld, Mainz, Zürich, Wien und Bremen haben wir Materiallager und sind insgesamt mit einem Mietpool- Bestand von über 100.000 Metern an Mobilzäunen und Absperrgittern jederzeit lieferfähig und unabhängig. Unsere sieben LKW sind mit einem sogenannten Mitnahme-Gabelstapler ausgestattet, dies ist einzigartig in Europa. Unter anderem aus diesem Grund können wir unseren Kunden eine termingerechte, flexible Lieferung und Abholung gewährleisten. (Stadionwelt, 23.03.2012)
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