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News: 17.09.2007 - Projektplanung - Bauunternehmen

Neuer Tivoli: Hellmich realisiert das agn-Modell

Wie Stadionwelt vorab berichtete, geht die Hellmich-Gruppe aus Dinslaken aus dem Wettbewerbsverfahren für den Stadionneubau der Alemannia aus Aachen hervor. Das vom Architekturbüro agn konzipierte Stadion war gleichsam Favorit der Fans als auch der Clubverantwortlichen.

„Wir haben uns mit dem gesamten Verfahren und der Entwurfsprüfung sehr viel Arbeit gemacht. Das Modell der Hellmich-Gruppe hat in allen Teilbereichen am besten abgeschnitten“, sagte Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer bei der Präsentation des zukünftigen Stadions am heutigen Montag. „Als Geschäftsmann freue ich mich natürlich, das Projekt gemeinsam mit der Alemannia verwirklichen zu können. Als selbst im Fußball tätiger Mensch weiß ich außerdem, welch positiven Effekte so ein neues Stadion mit sich bringt“, erklärte Walter Hellmich, Geschäftsführer der Baugesellschaft Walter Hellmich mbH und gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des Bundesligisten MSV Duisburg. „Es spricht für die Arbeit der vergangenen Jahre, dass die Alemannia ein solches Projekt stemmen kann. Die Gewährung der Landesbürgschaft ist ein Hinweis auf die gute wirtschaftliche Situation und den soliden Finanzplan“, erklärte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Franz-Wilhelm Hilgers.

Der neue Tivoli aus der Vogelperspektive.<br>Bild: Alemannia Aachen
Der neue Tivoli aus der Vogelperspektive.
Bild: Alemannia Aachen

Nicht nur die interne Prüfung der Alemannia sah in Entwurf Nummer 15, geschaffen von Dr. Stefan Nixdorf von der agn Niederberghaus & Partner GmbH, den klaren Sieger, auch die Befragung der Fans erbrachte eine deutliche Mehrheit. Insgesamt votierten bei einer Beteiligung von 4.166 Anhängern der Schwarz-Gelben 58 Prozent für das vorliegende Modell. Die positiven Effekte der neuen Spielstätte sollen sich natürlich besonders im sportlichen Bereich niederschlagen. Entsprechend zufrieden zeigte sich auch Alemannias Sportdirektor Jörg Schmadtke mit dem anstehenden Neubau: „Wir haben in der Vergangenheit schon gesehen, dass neue Stadien die jeweiligen Vereine wirtschaftlich nach vorne gebracht haben und damit das Arbeiten im sportlichen Bereich erleichtert wurde. Am Hellmich-Entwurf gefallen mir die erhöhten und in die Tribüne integrierten Trainerbänke nach englischem Vorbild besonders gut.“

Im Vergleich zur ursprünglich ausgeschriebenen Gesamtkapazität von 32.000 Plätzen bietet das neue Stadion sogar eine „Zugabe“ von 900 Plätzen, die zum größten Teil als Stehplätze realisiert werden. Die insgesamt 32.900 Plätze verteilen sich damit wie folgt: 11.496 Stehplätze, davon allein 10.584 in der neuen Südkurve. „Das werden 80 Reihen pure Emotion“, freute sich der Projektleiter für den Stadionneubau Stephan van der Kooi bereits auf die Heimat der Alemannia-Fans. Dazu kommen 19.655 Sitzplätze, 1274 Business-Seats, 22 Logen mit je zehn Plätzen, 95 Rollstuhl-Plätze sowie 110 Presseplätze. Zusätzlich bieten zwei Eventlogen Raum für weitere 40 Gäste. „Aus unserer Sicht gelingt uns der Spagat zwischen typischer Alemannia-Stimmung und optimaler Wertschöpfung damit sehr gut“, erklärte Frithjof Kraemer. Für den Fall eines internationalen Spieles wird das neue Stadion übrigens nach der Umrüstung exakt 25.587 Sitzplätze aufweisen. Teil der Neubaumaßnahme ist auch die umfangreiche Verbesserung der Trainings-Infrastruktur für Lizenzspieler und vor allem im Nachwuchsbereich. Dazu gehören 13 neue Kabinen, eine Sporthalle, moderne Physiotherapie- und Regenerationsbereiche sowie Schulungsräume und Appartements für Jugendspieler. „Speziell was die Trainingsplätze angeht ist die Situation bisher bei uns sehr beengt. Auf diesem Sektor bringt das neue Stadion eine deutliche Verbesserung“, sagte Jörg Schmadtke.

Ein Rang und maximale Nähe zum Spielfeld.<br>Bild: Alemannia Aachen
Ein Rang und maximale Nähe zum Spielfeld.
Bild: Alemannia Aachen

Die Verträge zwischen der Baugesellschaft Walter Hellmich mbH und der Alemannia Aachen Stadion GmbH sind bereits unterzeichnet. Das Gesamtvolumen des Projektes beläuft sich auf rund 50 Millionen Euro, rund 30 Prozent davon will die Alemannia als Eigenkapital aufbringen. „Die Landesbürgschaft erleichtert die Finanzierung erheblich, dennoch ist auch auf dieser Ebene noch einiges zu tun“, sagte Kraemer. Gleiches gilt für die Erbbaurechtsverträge und das Bebauungsplanverfahren. Die Erbbaurechtsverträge für die Flächen im Bereich des neuen Stadions zwischen Stadt Aachen und Alemannia Aachen Stadion GmbH sowie zwischen Stadt Aachen und ALRV müssen geschlossen werden. Dafür muss der Rat den von der Verwaltung vorgeschlagenen Bedingungen zustimmen. Darüber hinaus muss das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen werden. „Wir halten an unserem Plan fest, die Saison 2009/2010 im neuen Stadion beginnen zu wollen“, bekräftigte Kraemer. Walter Hellmich hofft, dass „die Arbeit an diesem Projekt, die sehr professionell begonnen hat, genauso weiter läuft.“ In diesem Fall könnte Mitte nächsten Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden. (Stadionwelt, 17.09.07)

Das unmittelbare Stadionumfeld.<br>Bild: Alemannia Aachen
Das unmittelbare Stadionumfeld.
Bild: Alemannia Aachen
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